Aufgrund ihrer isolierten Lage sind die Azoren traditionell auf Selbstversorgung ausgerichtet, wenn es um die Nahrungsmittelproduktion geht. Auf dem Lande ist ein Bauerngarten hinter dem Haus immer noch sehr verbreitet. Dabei handelt es sich um eine etwas pflegeintensive Kombination aus Obstgarten, Gemüsegarten, Nutztierhaltung und Weinbau. Er ist nur für eine eher strukturelle Nutzung und Pflege geeignet.
"Terrassen lassen sich wunderschön mit dem lokalen Lavastein gestalten, und können in rotierenden Beete bepflanzt werden."
In den meisten Fällen ist der Anbau und die Bewirtschaftung hauptsächlich funktional ausgerichtet und berücksichtigt nicht, dass ein Garten zu allen Jahreszeiten auch einfach gut aussehen kann, mit schönen Sichtachsen und Ausblicken. Auf den Inseln gibt es nur wenige, die einen guten Gartenentwurf und/oder eine schöne Rekonstruktion eines vernachlässigten Bauerngartens machen können, der auch das ganze Jahr über schön ist, vorzugsweise einigermaßen pflegeleicht.
Seien Sie sich darüber im Klaren, dass sie hier und da recht leichtfertig und großzügig mit dem Einsatz von Pestiziden umgehen können. Allerdings wird man sich in letzter Zeit auch immer mehr bewusst, dass dies nicht nur die Pflanzen, sondern die gesamte Nahrungskette beeinträchtigt und für den Menschen geradezu krebserregend ist.
Wenn Sie einen biologischen oder biologisch-dynamischen Garten anlegen wollen, müssen Sie dies von Anfang an aktiv in die Gestaltung und Ausführung des Gartens einbeziehen. Eine wichtige Faustregel für einen ökologischen Ansatz ist es, der Natur Raum zu geben, indem man zunächst naturbelassene Bereiche im Garten zulässt. Guter organischer Kompost kann selbst hergestellt werden, indem man organische Abfälle, Pflanzenreste und Dung an einem abgelegenen Ort in Ruhe gären lässt.
Großvieh wird normalerweise im Freien gehalten und mit dem gefüttert, was der Boden hergibt. Also nur frisches Gras und hausgemachtes, fermentiertes Futter ohne Zusatz von Chemikalien oder Biostoffen, wobei Futtermais und Heu mit Kräutern für die Wintermonate in Rollen beiseite gelegt werden.
Um den kleineren Erzeugern zu helfen, kann das Vieh in den Sommermonaten auf höher gelegene Gemeinschaftsflächen gebracht werden, die dem Staat gehören. Bei kontrollierter Bewirtschaftung gibt es auf diesen kühleren Flächen im Sommer schönes saftiges, zartes Gras. Hier werden die Kälber oft in der Nähe ihrer Mütter auf den Weiden gehalten, bis sie am Ende der Saison völlig unabhängig von der Nahrung werden.
Schweine werden in der Regel in Ställen im hinteren Teil des Gartens mit den Resten des Gemüsegartens gemästet. Anders als früher dürfen Vieh heute nur noch dem Metzger angeboten werden. Sie können aber auch einfach zu Ihnen nach Hause kommen und geschlachtet werden. Die Verarbeitung des Fleisches erfolgt dann im Haus, bis hin zur geräucherten Wurst.
Hühner fressen alles und werden deshalb oft zur natürlichen Unkrautbekämpfung im Obstgarten eingesetzt. Im Gemüsegarten werden unter anderem Bohnen, Süßkartoffeln, verschiedene Kartoffelsorten, Kürbis, Melone und verschiedene Kohlsorten angebaut. Sogar Tomaten sind dort verwildert, ihr Anbau ist also recht einfach.
An den geschützten Südseiten der Grundstücke werden unter anderem Tafeltrauben angebaut und auf den Lavafeldern in Meeresnähe Weintrauben für den Eigenbedarf. Terrassen können mit dem örtlichen Lavagestein schön gestaltet werden, und können in rotierenden Beete bepflanzt werden, und ein kleines Gewächshaus ist ein mögliches Medium für den Anbau.







