Die Azoren weisen aufgrund ihrer klimatischen Schwankungen eine große terrestrische Artenvielfalt auf, so dass man am selben Tag und innerhalb weniger Kilometer völlig unterschiedliche Wetterbedingungen antreffen kann. Selbst an ein und demselben Ort kann es in einem Moment sonnig und warm sein, während man kaum eine Stunde später plötzlich dichten Nebel und Regen hat. Das liegt an den vielen Bergketten und Tälern auf den Inseln, die Wind und Niederschlag beeinflussen. Die klimatischen Unterschiede, die sich aus der Lage weit draußen im Ozean, der Insellage und der Geologie ergeben, die sich auf jeder Insel anders auswirkt, sorgen für eine Vielzahl einzigartiger ökologischer Bedingungen, die eine große Vielfalt an Pflanzen auf einer dennoch relativ kleinen Fläche hervorbringen.
"Corvo (2007), Graciosa (2007), Flores (2009) und São Jorge (2017), sind in ihrer Gesamtheit von der UNESCO geschützte Biosphärengebiete, ein Drittel aller Portugal gewährten Schutzgebiete."
Vier der neun Inseln, Corvo (2007), Graciosa (2007), Flores (2009) und São Jorge (2017), sind in ihrer Gesamtheit von der UNESCO geschützte Biosphärengebiete, ein Drittel aller Portugal gewährten Schutzgebiete, von etwa 750 weltweit. Biosphärengebiete verdienen einen gesonderten Schutz für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme als Ganzes und dienen auch als Plattformen für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung für Überwachung, Forschung und Bildung.
Die große Vielfalt an Lebensräumen und Ökosystemen wird durch die besondere Geografie des Gebiets begünstigt. Zu den für die Inseln charakteristischen endemischen Arten gehören mehrere Tracheophyta (Gefäßpflanzen), Bryophyten (Laubmoose) und auch Laurasilva (Lorbeer)Wälder.
Außerdem gibt es eine Vielzahl von Orchideen, von denen einige auf den Inseln endemisch sind. Interessanterweise ist die Hortensie (Hydrangea), die Nationalblume der Azoren, eigentlich nicht endemisch.
Ein Teil der vorhandenen Flora ist auch (teilweise) durch Natura 2000 (Naturschutzgebiete innerhalb der EU), OSPAR (biologische Vielfalt und Ökosysteme) und Ramsar (Feuchtgebiete und Sümpfe) geschützt.
Zum aktiven Schutz der Biosphäre des Archipels hat die Regionalregierung bereits ein Schulungsprogramm für Fachleute und die Bevölkerung im Allgemeinen ins Leben gerufen, mit dem Ziel, den Missbrauch schädlicher Pestizide einzudämmen und zu unterbinden.
Da nun davon auszugehen ist, dass den gesamten Azoren der Status eines Biosphärenreservats zuerkannt wird, muss die Regierung ihre Anstrengungen verstärken, um den Einsatz giftiger Chemikalien kurzfristig zu unterbinden und mit der Förderung nachhaltiger Alternativen zu beginnen.




